Die Frauen haben es ja von Zeit zu Zeit auch nicht leicht. Wir Mnner
aber mssen uns rasieren.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wer in einem blhenden Frauenkrper das Skelett zu sehen vermag, ist
ein Philosoph.
		-- Kurt Tucholsky
%
Nhme man den Zeitungen den Fettdruck - um wieviel stiller wre es in
de Welt.
		-- Kurt Tucholsky
%
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich
anstndig benehmen mu, oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn man einen Menschen richtig beurteilen will, so frage man sich
immer: Mchtest du den zum Vorgesetzten haben?
		-- Kurt Tucholsky
%
Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die
herrschen, und solche, die beherrscht werden.
		-- Kurt Tucholsky
%
Vaterland nennt sich dieser Staat immer dann,
wenn er sich anschickt, auf Menschenmord zu gehen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit und ihre
Brutalitt Ignoranz.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der eigene Hund macht keinen Lrm - er bellt nur.
		-- Kurt Tucholsky
%
Es gibt vielerlei Lrm, aber es gibt nur eine Stille.
		-- Kurt Tucholsky
%
Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem
Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!
		-- Kurt Tucholsky
%
Deutschlands Schicksal:
Vor dem Schalter zu stehen.
Deutschlands Ideal:
Hinter dem Schalter zu sitzen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Das rgerliche am rger ist, da man sich schadet, ohne anderen zu
ntzen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen - und von
dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.
		-- Kurt Tucholsky
%
berschrift eines demokratischen Leitartikels: Jein! - !
		-- Kurt Tucholsky
%
Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine
Weltanschauung.
		-- Kurt Tucholsky
%
Erfahrungen vererben sich nicht - jeder mu sie allein machen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Erfahrung heit gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre
schlecht machen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein groer Papierkorb.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und
zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhren.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn ein Mensch ein Loch sieht, hat er das Bestreben, es auszufllen.
Dabei fllt er meistens hinein.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Mensch hat zwei Beine und zwei berzeugungen: eine, wenn's ihm gut
geht und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letzte heit Religion.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir
seinen gut.
		-- Kurt Tucholsky
%
Volkswirtschaft ist der Zeitpunkt, an dem die Leute anfangen, darber
nachzudenken, warum sie so wenig Geld haben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die
Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten.
Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.
		-- Kurt Tucholsky
%
Schlange vor dem Schalter. Alles geht, wenn auch langsam, so doch
regelmig; du ruckst voran. Bis der Mann vor dir herankommt. Der Mann
vor dir macht stets ungeahnte Schwierigkeiten, er will Herrn Eisenbahn
persnlich sprechen und braucht fr sich allein so viel Zeit, wie alle
anderen Vormnner zusammen. So ist das Leben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Kirche rollt durch die neue Zeit dahin wie ein rohes Ei. So etwas
von Empfindlichkeit war berhaupt noch nicht da. Ein scharfes Wort,
und ein ganzes Geheul bricht ber unsereinen herein: Wir sind
verletzt! Wehe! Sakrileg! Unsere religisen Empfindungen... Und die
unseren-? Halten Sie es fr richtig, wenn fortgesetzt eine breite
Schicht des deutschen Volkes als "sittenlos", "lasterhaft",
"heidnisch" hingestellt und mit Vokabeln gebrandmarkt wird, die nur
deshalb nicht treffen, weil sie einer vergangenen Zeit entlehnt sind?
Nehmt ihr auf unsere Empfindungen Rcksicht? Ich zum Beispiel fhle
mich verletzt, wenn ich einen katholischen Geistlichen vor Soldaten
sehe, munter und frisch zum Mord hetzend, das Wort der Liebe in das
Wort des Staates umflschend - ich mag es nicht hren. Wer nimmt
darauf Rcksicht?
		-- Kurt Tucholsky
%
Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse
als einen Sitzplatz in der dritten.
		-- Kurt Tucholsky
%
Kluge Leute knnen sich dumm stellen. Das Gegenteil ist schwieriger.
		-- Kurt Tucholsky
%
Und der Grund, aus dem der Kirche tglich mehr und mehr Leute
fortlaufen, was nur zu begren it, liegt eben hierin: da viele
Diener dieser Kirche nur noch viel zu reden, aber wenig zu sagen
haben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Alles ist richtig, auch das Gegenteil. Nur 'zwar - aber', das ist nie
richtig.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, da man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.
		-- Kurt Tucholsky
%
Man fllt nicht ber seine Fehler. Man fllt immer ber seine Feinde,
die diese Fehler ausnutzen
		-- Kurt Tucholsky
%
Ich bin froh, da Du da bist und nicht hier.
		-- Kurt Tucholsky
%
Hering ist gut. Schlagsahne ist gut. Wie gut mu erst Hering mit
Schlagsahne sein.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Standesdnkel liegt in derselben Schublade wie der
Patriotismus. Vom Feuerwehrverein bis zum Vaterland sind nur wenige
Schritte. Und daher sieht bei uns der Skatverein wie ein Staat und der
Staat wie ein Skatverein aus.
		-- Kurt Tucholsky
%
Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja
keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich
strafrechtlich hat schtzen lassen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze.
		-- Kurt Tucholsky (Requiem - Nachruf auf sich selbst)
%
Trudele durch die Welt. Sie ist so schn, gib dich ihr hin, und sie
wird sich dir geben.
		-- Kurt Tucholsky
%
Hab erbarmen. Das Leben ist schwer genug.
		-- Kurt Tucholsky (Merkblatt fr Geschworene)
%
Die Katholiken sitzen vor ihrer Htte. Ein Heide geht vorbei und
pfeift sich eins. Die Katholiken tuscheln: 'Der wird sich schn
wundern, wenn er stirbt!' Sie klopfen sich auf den Bauch ihrer
Frmmigkeit, denn sie haben einen Fahrschein, der Heide aber hat
keinen, und er wei es nicht einmal.
Wie hochmtig kann Demut sein!
		-- Kurt Tucholsky
%
Schade, da man einen Wein nicht streicheln kann.
		-- Kurt Tucholsky
%
... ich hre nachts die Lokomotiven pfeifen, sehnschtig schreit die
Ferne, und ich drehe mich im Bett herum und denke: 'Reisen...'
		-- Kurt Tucholsky
%
Ich habe Erfolg, aber ich habe keinerlei Wirkung.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Katholiken Terrorisieren das Land mit einer Auffassung vom Wesen
der Ehe, die die ihre ist und die uns nichts angeht.
		-- Kurt Tucholsky
%
In neunundneunzig von hundert Fllen lohnt es sich nicht, ein Ding
aufzubewahren. Es nimmt nur Raum fort, belastet dich; hast du schon
gemerkt, da du nicht die Sachen besitzt, sondern da sie dich
besitzen?
		-- Kurt Tucholsky
%
Entwirf deinen Reiseplan im groen - und la dich im einzelnen von der
bunten Stunde treiben. Die Grte Sehenswrdigkeit, die es gibt, ist
die Welt - sieh sie dir an.
		-- Kurt Tucholsky
%
Was die Kirche nicht verbieten kann, das segnet sie.
		-- Kurt Tucholsky
%
Das Christentum ist eine gewaltige Macht. Da zum Beispiel
protestantische Missionare aus Asien unbekehrt wieder nach Hause
kommen - das ist eine groe Leistung.
		-- Kurt Tucholsky
%
Merk: Wer sich so mit dem Nebel des Mysteriums umgibt, wie alle diese,
die es mehr oder weniger begabt der katholischen Kirche nachmachen,
der zeigt, da seine Position bei voller Klarheit viel zu frchten
hat.
		-- Kurt Tucholsky
%
Inzwischen wimmelt das in den Slums aller Lnder, die Knie der
glcklichen Mtter werden von Geschpfen umspielt, die spter in den
Kohlenbergwerken oder in den Ackergrben fr den Profit der anderen
verrecken drfen...aber: es ist nicht abgetrieben worden. Der Kranz,
der Kranz ist gerettet!
		-- Kurt Tucholsky
%
Gewehre rechts - Gewehre links - das Christkind in der Mitten ... Gibt
es einen greulicheren Anblick?
		-- Kurt Tucholsky
%
Eine Frmmigkeit, die nur dann, verstaubt und verrostet, aus der
Schublade geholt wird, wenn und weil der Trger im Dreck sitzt, ist
keine. Sage mir, zu wem du betest, wenn es dir gut geht, und ich will
dir sagen, wie fromm du bist. Not lehrt beten; aber das echte Gebet
ist das nicht.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wenn aber Christus, der gesagt hat: 'Du sollst nicht tten!'
an seinem Kreuz sehen mu, wie sich die Felder blutig rten;
wenn die Pfaffen Kanonen und Flugzeuge segnen
und in den Feldgottesdiensten beten, da es Blut mge regnen;
und wenn die Vertreter Gottes auf Erden
Soldaten-Hmmel treiben, auf da sie geschlachtet werden;
und wenn die Glocken luten: 'Mord! und die Chorle hallen:
'Mord" Ihr sollt eure Feinde niederknallen!'
Und wenn jemand so verrt den Gottessohn-:
Das ist keine Schande.
Das ist Religion.
		-- Kurt Tucholsky
%
...die christliche Kirche treibt nicht nur die Glubigen in die Grben
und segnet die Maschinen, die zum Mord bestimmt sind - sie heilt auch
die Wunden, die der Mord geschlagen hat, und ist allemal dabei.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wir benehmen uns aus Grnden des Geschmacks in den Kirchen anstndig -
man kann nicht sagen, da sich die Katholiken in den Bezirken des
Geistes ebenso anstndig benehmen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Das Christentum braucht nur ein Jahrtausend in seiner Geschichte
zurckzublttern: im Anfang war es wohl die Gte, die diese Religion
hat zu gebren helfen - zur Macht gebracht hat sie die Gewalt.
		-- Kurt Tucholsky
%
Wer da schreit: 'Dem Volke mu die Religion erhalten bleiben', lgt;
gemeint ist: 'Das Volk mu der Religion erhalten bleiben'. Das Volk
ist ihr in groen Teilen weggelaufen.
		-- Kurt Tucholsky
%
Und das Ding mchte ich einmal sehen, das die Kirche nicht segnete,
wenn sich das fr sie lohnt.
		-- Kurt Tucholsky
%
Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der
Kirche aus.
		-- Kurt Tucholsky
%
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglck ...
vorbei, verweht, nie wieder.
		-- Kurt Tucholsky
%
Der Satiriker ist ein gekrnkter Idealist.
		-- Kurt Tucholsky
%
Die Seele jeder Ordnung ist ein groer Papierkorb.
		-- Kurt Tucholsky
%
Ein skeptischer Katholik ist mir lieber als ein glubiger Atheist.
		-- Kurt Tucholsky
%
Finales gibt es ja doch nur in den Opern. Man steigt aus - und wei
nicht, da es das letztemal gewesen sein soll. Denn dann kam
vielleicht die Krankheit, die lange Bettlgerigkeit ... nie wieder ein
Automobil. Zum letztenmal in seinem Leben Sauerkraut gegessen. Zum
letztenmal telefoniert. Zum letztenmal geliebt. Zum letztenmal Goethe
gelesen. Vielleicht lange Jahre vor dem Tode. Und man wei es nicht.
		-- Kurt Tucholsky (Nachher)
%
Gott erhalte uns die Freundschaft. Man mchte beinah glauben, man sei 
nicht allein.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Wenn der Mensch fhlt, da er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm 
und weise; er verzichtet auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt
man innere Einkehr.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Alte haben gewhnlich vergessen, da sie jung gewesen sind, oder sie
vergessen, da sie alt sind, und Junge begreifen nie, da sie alt
werden knnen.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
Komische Junge sind viel seltener als komische Alte.
		-- Kurt Tucholsky (Schnipsel)
%
