The Project Gutenberg EBook of Gedichte und Sprche in Auswahl, by 
Walther von der Vogelweide

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Title: Gedichte und Sprche in Auswahl

Author: Walther von der Vogelweide

Release Date: April 8, 2011 [EBook #35795]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

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  Walther von der Vogelweide

  Gedichte und Sprche
  in Auswahl

  Im Insel-Verlag zu Leipzig




FRHLINGSSEHNSUCHT


    Uns ht der winter geschadet ber al:
  heide unde walt die sint beide n val,
  d manic stimme vil suoze inne hal.
  she ich die megde an der strze den bal
  werfen, s kme uns der vogele schal.

    Mhte ich verslfen des winters gezt!
  wache ich die wle, s hn ich sn nt,
  daz sn gewalt ist s breit und s wt;
  weiz got, er lt och dem meien den strt:
  s lis' ich bluomen d rfe n lt.




TRAUMDEUTUNG


    D der sumer komen was
  und die bluomen durch daz gras
  wnneclche ensprungen,
  ald die vogele sungen,
  dar kom ich gegangen
  an einen anger langen,
  d ein lter brunne enspranc:
  vor dem walde was sn ganc,
  d diu nahtegale sanc.

    B dem brunnen stuont ein boum,
  d gesach ich einen troum.
  ich was von der sunnen
  gegangen zuo dem brunnen,
  daz diu linde mre
  mir kelen schaten bre.
  b dem brunnen ich gesaz,
  mner swre ich gar vergaz:
  schiere entslief ich umbe daz.

    D bedhte mich zehant,
  wie mir dienten alliu lant,
  wie mn sle wre
  ze himel ne swre
  und der lp hie solte
  gebren swie er wolte.
  dne was mir niht ze w:
  got der walde's, swie'z erg,
  schoener troum enwart nie m.

    Gerne sliefe ich iemer d,
  wan ein unsligiu kr,
  diu begonde schren.
  daz alle kr geden
  alse ich in des gnne!
  si nam mir michel wnne.
  von ir schren ich erschrac:
  wan daz d niht steines lac,
  s wr' ez ir suonetac.

    Wan ein wunderaltez wp
  diu getrste mir den lp.
  die begonde ich eiden.
  n ht si mir bescheiden
  waz der troum bediute.
  daz merken wse liute:
  zwne und einer daz sint dr;
  dannoch seite s' mir d b,
  daz mn dme ein vinger s.




FRHLING UND FRAUEN


    S die bluomen z dem grase dringent,
  same sie lachen gegen der spileden sunnen,
  in einem meien an dem morgen fruo,
    und diu kleinen vogelln wol singent
  in ir besten wse die sie kunnen,
  waz wnne mac sich d genzen zuo?
    ez ist wol halb ein himelrche.
  suln wir sprechen, waz sich deme gelche,
  s sage ich, waz mir dicke baz
  in mnen ougen ht getn und tte ouch noch, geshe ich daz.

    Sw ein edeliu schoene frouwe reine
  wol gekleidet unde wol gebunden
  durch kurzewle zuo vil liuten gt,
    hovelchen hchgemuot, niht eine,
  umbe sehende ein wnic under stunden:
  alsam der sunne gegen den sternen stt:
    der meie bringe uns al sn wunder,
  waz ist d s wnneclches under
  als ir vil minneclcher lp?
  wir lzen alle bluomen stn und kapfen an daz werde wp.

    N wol dan, welt ir die wrheit schouwen,
  gn wir zuo des meien hchgezte!
  der ist mit aller sner krefte komen.
    seht an in und seht an werde frouwen,
  wederez daz ander berstrte,
  daz bezzer spil ob ich daz habe genomen.
    w der mich d welen hieze,
  deich daz eine durch daz ander lieze,
  wie rehte schiere ich danne kre!
  hr Meie, ir meset merze sn,  ich mne frouwen d verlre.




LIEBESTRAUM


    Nemt, frouwe, disen kranz,
  als sprach ich z'einer wol getnen maget:
    s zieret ir den tanz
  mit den schoenen bluomen, als ir s' fe traget
    ht' ich vil edele gesteine,
  daz mes' f iur houbet,
  obe ir mir's geloubet:
  st mne triuwe, daz ich'z meine.

    Ir st s wol getn,
  daz ich iu mn schapel gerne geben wil,
    daz beste daz ich hn.
  wzer unde rter bluomen weiz ich vil,
    die stnt s verre in jener heide:
  d sie schne enspringent
  und die vogele singent,
  d sule wir sie brechen beide.

    Si nam daz ich ir bt
  einem kinde vil gelch, daz re ht:
    ir wangen wurden rt
  same diu rse, d si b der liljen stt.
    do erschamten sich ir liehtiu ougen,
  doch neic si mir schne.
  daz wart mir ze lne:
  wart mir's iht mr, daz trage ich tougen.

    Mich dhte daz mir nie
  lieber wurde danne mir ze muote was:
    die bluomen vielen ie
  von den boumen b uns nider an daz gras.
    seht, d muost' ich von freuden lachen.
  do ich s wnneclche
  was in troume rche:
  d tagete ez und muose ich wachen.

    Mir ist von ir geschehen
  daz ich disen sumer allen meiden muoz
    vast' under d'ougen sehen:
  lhte wirt mir eniu, so ist mir sorgen buoz.
    waz obe si gt an disem tanze?
  frouwe, durch iur gete
  rucket f die hete:
  w, geshe ich s' under kranze!




SCHNHEIT UND TUGEND


    Wol mich der stunde, daz ich sie erkande,
  diu mir den lp und den muot ht betwungen,
    st deich die sinne s gar an sie wande,
  der sie mich ht mit ir gete verdrungen!
    daz ich gescheiden von ir niht enkan,
  daz ht ir schoene und ir gete gemachet
  und ir rter munt, der s lieplchen lachet.

    Ich hn den muot und die sinne gewendet
  an die vil reinen, die lieben, die guoten:
    daz mez' uns beiden wol werden volendet
  swes ich getar an ir hulde gemuoten.
    swaz ich ie freuden zer werlde gewan,
  daz ht ir schoene und ir gete gemachet
  und ir rter munt, der s lieplchen lachet.




UNTER DER LINDE


    Under der linden
  an der heide,
  d unser zweier bette was,
    d muget ir vinden
  schne beide
  gebrochen bluomen unde gras.
    vor dem walde in einem tal,
  tandaradei!
  schne sanc diu nahtegal.

    Ich kam gegangen
  zuo der ouwe:
  d was mn friedel komen .
    d wart ich enpfangen,
  hre frouwe!
  daz ich bin slic iemer m.
    kuste er mich? wol tsentstunt:
  tandaradei!
  sehet, wie rt mir ist der munt.

    D het er gemachet
  als rche
  von bluomen eine bettestat.
    des wirt noch gelachet
  inneclche,
  kumt iemen an daz selbe pfat.
    b den rsen er wol mac,
  tandaradei!
  merken w mir'z houbet lac.

    Daz er b mir lge,
  wesse ez iemen
  (nu enwelle got!), s schamte ich mich.
    wes er mit mir pflge,
  niemer niemen
  bevinde daz wan er und ich
    unde ein kleinez vogelln:
  tandaradei!
  daz mac wol getriuwe sn.




GEGENSEITIGE LIEBE


    Bin ich dir unmre,
  des enweiz ich niht: ich minne dich.
    einez ist mir swre:
  d sihst b mir hin und ber mich.
    daz solt d vermden:
  i'ne mac niht erlden
  solhe liebe n' grzen schaden.
  hilf mir tragen, ich hn ze vil geladen!

    Sol daz sn dn huote,
  daz dn ouge an mich s selten siht?
    tuost d mir'z ze guote,
  sne wze ich dir dar umbe niht:
    s mt mir daz houbet
  (daz s dir erloubet)
  und sich nider an mnen fuoz,
  s d baz enmgest: daz s dn gruoz.

    Swanne ich s' alle schouwe,
  die mir suln von schulden wol behagen,
    s bist du'z mn frouwe:
  daz mac ich wol ne remen sagen.
    edel unde rche
  sint sie sumelche,
  dar zuo tragent sie hhen muot;
  lhte sint sie bezzer, d bist guot.

    Frouwe, n versinne
  dich, ob ich dir z'ihte mre s.
    eines friundes minne
  diu ist niht, da ens ein ander b.
    minne entouc niht eine,
  si sol sn gemeine,
  s gemeine, daz si g
  durch zwei herzen unde niwet m.




SCHNHEIT UND ANMUT


    Herzeliebez frouweln,
  dot gebe dir hiute und iemer guot!
    kunde ich baz gedenken dn,
  des hte ich willeclchen muot.
    waz mac ich n sagen m,
  wan daz dir nieman holder ist? w, d von ist mir vil w.

    Sie verwzent mir daz ich
  s nidere wende mnen sanc.
    daz sie niht versinnent sich
  waz liebe s, des haben undanc!
    sie getraf diu liebe nie,
  die d nch guote und nch der schoene minnent: w, wie minnent die!

    B der schoene ist dicke haz:
  zer schoene niemen s ze gch.
    liebe tuot dem herzen baz:
  der liebe gt diu schoene nch.
    liebe machet schoene wp:
  des'n mac diu schoene niht getuon, sin' machet niemer lieben lp.

    Ich vertrage als ich vertruoc
  und als ich iemer wil vertragen:
    d bist schoene und hst genuoc.
  waz mugen sie mir d von gesagen?
    swaz sie sagen, ich bin dir holt
  und nim dn glesn vingerln fr einer kniginne golt.

    Hst d triuwe und sttekeit,
  s bin ich dn n' angest gar,
    daz mir iemer herzeleit
  mit dnem willen widervar.
    hst ab d der zweier niht,
  s mezest d mn niemer werden: w, obe daz geschiht!




DIE HERRLICHE FRAU


    Si wunderwol gemachet wp,
  daz mir noch werde ir habedanc!
    ich setze ir minneclchen lp
  vil werde in mnen hhen sanc.
    gern' ich in allen dienen sol:
  doch habe ich mir dise z erkorn.
  ein ander weiz die snen wol:
  die lobe der ne mnen zorn,
  hab' ime ws' unde wort
  mit mir gemeine: lobe ich hie, s lobe er dort.

    Ir houbet ist s wnnenrch,
  als ez mn himel welle sn.
    wem solde ez anders sn gelch?
  ez ht joch himeleschen schn.
    d liuhtent zwne sternen abe:
  d meze ich mich noch inne ersehen,
  daz si mir s' als nhen habe!
  s mac ein wunder wol geschehen:
  ich junge, und tuot si daz,
  und wirt mir gernden siechen seneder shte baz.

    Got hte ir wengel hhen flz:
  er streich s tiure varwe dar,
    s reine rt, s reine wz,
  hie roeseloht, dort liljenvar.
    ob ich'z vor snden tar gesagen,
  s she ich s' iemer gerner an
  dan himel oder himelwagen.
  w, waz lobe ich tumber man?
  mach' ich mir sie ze hr,
  vil lhte wirt mns mundes lop mns herzen sr.

    Si ht ein kssen, daz ist rt:
  gewunne ich daz fr mnen munt,
    s stende ich f z dirre nt
  und wre ouch iemer m gesunt.
    dem si daz an sn wengel leget,
  der wonet d gerne nhe b:
  ez smecket, s man'z iender reget,
  alsam ez allez balsme s.
  daz sol sie lhen mir:
  s dicke s si'z wider wil, s gibe ich'z ir.

    Ir kel, ir hende, ietweder fuoz,
  daz ist ze wunsche wol getn.
    ob ich da enzwischen loben muoz,
  s wne ich m beschouwet hn:
    ich hte ungerne decke blz!
  gerefet, do ich sie nacket sach.
  sie sach mn niht, d si mich schz:
  daz stichet noch als ez d stach.
  ich lobe die reinen stat,
  d diu vil minneclche z einem bade trat.




TROST IM LEIDE


    Wil ab iemen wesen fr,
  daz wir iemer in den sorgen iht enleben?
    w wie tuont die jungen s,
  die von freuden solten in den lften sweben?
    i'n weiz anders weme ich'z wzen sol,
  wan den rchen wze ich'z und den jungen.
  die sint unbetwungen:
  des stt in trren bel und stende in freude wol.

    Wie fr Slde kleiden kan,
  daz si mir gt kumber unde hhen muot!
    s gt s' einem rchen man
  ungemete: w, waz sol dem selben guot?
    mn frou Slde, wie si mn vergaz,
  daz si mir sn guot ze mnem muote
  nien' schriet, si vil guote!
  mn kumber stende im dort b snen sorgen baz.

    Swer verholne sorge trage,
  der gedenke an guotiu wp -- er wirt erlst --
    und gedenke an liehte tage:
  die gedanke wren ie mn bester trst.
    gegen den vinstern tagen hn ich nt,
  wan daz ich mich rihte nch der heide,
  diu sich schamt ir leide:
  s si den walt siht gruonen, s wirt s' iemer rt.

    Frouwe, als ich gedenke an dich,
  waz dn reiner lp erwelter tugende pfliget,
    s l stn! d rerest mich
  mitten an daz herze, d diu liebe liget.
    liep und lieber des enmeine ich niht,
  d bist aller liebest, daz ich meine:
  d bist mir alleine
  vor al der werlte, frouwe, swaz s mir geschiht.




DAS HALM-MESSEN


    In einen zwvellchen wn
  was ich gesezzen und gedhte,
    ich wolte von ir dienste gn,
  wan daz ein trst mich wider brhte.
    trst mag ez rehte niht geheizen, ouw des!
  ez ist vil kme ein kleinez troesteln,
  s kleine, swenne ich'z iu gesage, ir spottet mn;
  doch frwet sich ltzel ieman, er enwizze wes.

    Mich ht ein halm gemachet fr:
  er giht, ich sl gende vinden.
    ich maz daz selbe kleine str,
  als ich hie vor gesach von kinden.
    n hoeret unde merket, ob si'z denne tuo:
  si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.
  swie dicke ich'z tete, s was ie daz ende guot.
  daz troestet mich: d hoeret ouch geloube zuo.

    Swie liep si mir von herzen s,
  s mac ich doch vil wol erlden,
    daz ich ir s zem besten b.
  ich darf ir werben dar niht nden:
    i'n mac, als ich erkenne, des gelouben niht,
  daz s' ieman sanfte in zwvel bringen mge.
  mir'st liep, daz die getrogenen wizzen, waz sie trge,
  wan alze lanc daz s' iemer remic man gesiht.




DAS RECHTE MASS


    Aller werdekeit ein fegerinne
  daz st ir zewre, frouwe Mze.
  er slic man, der iuwer lre ht!
    der endarf sich iuwer niender inne
  weder ze hove schamen noch an der strze.
  durch daz s suoche ich, frouwe, iuwern rt,
    daz ir mich ebene werben lret.
  wirbe ich nidere, wirbe ich hhe, ich bin versret.
  ich was vil nch ze nidere tt,
  n bin ich aber ze hhe siech: Unmze, ir lt mich ne nt!

    Nideriu minne heizet, diu so swachet
  daz der lp nch kranker liebe ringet:
  diu minne tuot unlobelche w.
    hhiu minne heizet, diu daz machet
  daz der muot nch werder liebe f swinget:
  diu winket mir n, daz ich mit ir g.
    nu'n weiz ich, wes diu Mze beitet.
  kumet herzeliebe, s bin ich verleitet:
  mn ougen hnt ein wp ersehen,
  swie minneclich ir rede s, mir mac wol schade von ir geschehen.




PREIS DER LIEBENSWRDIGKEIT UND TUGEND


    Ein niuwer sumer, ein niuwe zt,
  ein guot gedinge, ein lieber wn,
  diu liebent mir enwiderstrt,
  daz ich noch trst ze freuden hn,
    noch frwet mich ein anderz baz
  dan aller vogellne sanc:
  sw man noch wbes gete maz,
  d wart im ie der habedanc.
    daz meine ich an die frouwen mn:
  d muoz noch mre trstes sn.
  s'ist schoener danne ein schoene wp:
  die schoene machet lieber lp.

    Ich weiz wol, daz diu liebe mac
  ein schoenewp gemachen wol:
  iedoch swelch wp ie tugende pflac,
  daz ist diu, der man wnschen sol.
    diu liebe stt der schoene b
  baz dan gesteine dem golde tuot:
  n jehet, waz danne bezzer s,
  hnt disiu beide rehten muot?
    sie hoehent mannes werdekeit:
  swer ouch die sezen arebeit
  durch sie ze rehte kan getragen,
  der mac von herzeliebe sagen.

    Der blic gefrwet ein herze gar,
  den minneclche ein wp an siht:
  wie welt ir danne, daz der var,
  dem ander liep von in geschiht?
    der ist eht maneger freuden rch,
  s jenes freude gar zergt.
  waz ist den freuden ouch gelch,
  d liebez herze in triuwen stt,
    in schoene, in kiusche, in reinen siten?
  swelch slic man daz ht erstriten,
  ob er daz vor den fremden lobet,
  s wizzet, daz er niht entobet.

    Waz sol ein man, der niht engert
  gewerbes umbe ein reine wp?
  si lze in iemer ungewert,
  ez tiuret doch wol snen lp.
    er tuo durch einer willen s,
  daz er den andern wol behage:
  s tuot in ouch diu eine fr,
  ob im diu ander gar versage.
    dar an gedenke ein slic man:
  d lt vil slde und ren an.
  swer guotes wbes minne ht,
  der schamt sich aller missett.




DEUTSCHLAND BER ALLES


    Ir sult sprechen willekomen:
  der iu mre bringet, daz bin ich.
    allez daz ir habet vernomen,
  daz ist gar ein wint: n fraget mich.
    ich wil aber miete:
  wirt mn ln iht guot,
  ich sag' iu vil lhte daz iu sanfte tuot.
  seht, waz man mir ren biete.

    Ich wil tiuschen frouwen sagen
  solhiu mre, daz sie deste baz
    al der werlte suln behagen:
  ne grze miete tuon ich daz.
    waz wold' ich ze lne?
  sie sint mir ze hr:
  s bin ich gefege und bite sie nihtes mr,
  wan daz sie mich grezen schne.

    Ich hn lande vil gesehen
  unde nam der besten gerne war:
    bel meze mir geschehen,
  knde ich ie mn herze bringen dar,
    daz im wol gevallen
  wolte fremeder site.
  n waz hulfe mich, ob ich unrehte strite?
  tiuschiu zuht gt vor in allen.

    Von der Elbe unz an den Rn
  und her wider unz an der Unger lant
    mugen wol die besten sn,
  die ich in der werlte hn erkant.
    kan ich rehte schouwen
  guot gelz und lp,
  sam mir got, s swere ich wol daz hie diu wp
  bezzer sint dann' ander frouwen.

    Tiusche man sint wol gezogen,
  rehte als engel sint diu wp getn.
    swer sie schiltet, der'st betrogen:
  ich enkan sn anders niht verstn.
    tugent und reine minne,
  swer die suochen wil,
  der sol komen in unser lant: da ist wnne vil.
  lange meze ich leben dar inne!




DER MINNE RECHT


    Daz ich dich s selten greze,
  frouwe, deist n' alle mnne missett.
    ich wil daz wol zrnen meze
  liep mit liebe, swa ez von friundes herzen gt.
    trren unde wesen fr,
  sanfte zrnen, sre senen, deis der minne reht: diu herzeliebe wil als.




IM GELOBTEN LANDE


    N alrst leb' ich mir werde,
  st mn sndic ouge siht
    lant daz hre und ouch die erde,
  dem man vil der ren giht.
    mir'st geschehen, des ich ie bat:
  ich bin komen an die stat,
  d got menneschlchen trat.

    Schoeniu lant rch unde hre,
  swaz ich der noch hn gesehen,
    s bist du'z ir aller re.
  waz ist wunders hie geschehen!
    daz ein maget ein kint gebar
  hre br aller engel schar,
  was daz niht ein wunder gar?

    Hie liez er sich reine toufen,
  daz der mensche reine s;
    d liez er sich hie verkoufen,
  daz wir eigen wurden fr.
    anders wren wir verlorn,
  wol dir, sper, kriuz' unde dorn:
  w dir, heiden, deist dir zorn!

    Do er sich ber uns wolde erbarmen,
  hie leit er den grimmen tt,
    er vil rche br uns vil armen,
  daz wir koemen z der nt.
    daz in d des niht verdrz,
  dast ein wunder alze grz,
  aller wunder bergenz.

    Hinnen fuor der sun zer helle
  von dem grabe, da er inne lac.
    des was ie der vater geselle
  und der geist, den nieman mac
    sunder scheiden: st al ein,
  sleht und ebener danne ein zein,
  als er Abrahme erschein.

    Do er den tievel d geschande
  daz nie keiser baz gestreit,
    d fuor er her wider ze lande.
  d huop sich der juden leit,
    daz er hrre ir huote brach
  und man in st lebendic sach,
  den ir hant sluoc unde stach.

    Dar nch was er in dem lande
  vierzic tage: d fuor er dar,
    dannen in sn vater sande.
  snen geist, der uns bewar,
    den sant' er hin wider ze hant.
  heilic ist daz selbe lant,
  sn nam ist vor gote erkant.

    In diz lant ht er gesprochen
  einen angeslchen tac,
    d diu witwe wirt gerochen
  und der weise klagen mac
    und der arme den gewalt,
  der d wirt mit ime gestalt.
  wol im dort, der hie vergalt!

    Unser lantrehtre tihten
  fristet d niemannes klage,
    wan er wil ze stunt d rihten,
  so ez ist an dem lesten tage:
    und swer dheine schult hie lt
  unverebenet, wie der stt
  dort, da er pfant noch brgen ht!

    Ir enlt iuch niht verdriezen
  daz ich noch gesprochen hn,
    s wil ich die rede besliezen
  kurzlch, und iuch wizzen ln:
    swaz got mit der werelt ie
  wunderlches noch begie,
  daz huop sich und endet hie.

    Kristen, juden unde heiden
  jehent, daz diz ir erbe s:
    got mez' ez ze rehte scheiden
  durch die sne namen dr.
    al diu werelt strtet her:
  wir sn an der rehten ger,
  reht ist daz er uns gewer.




EINST UND JETZT


    Ow war sint verswunden      alliu mniu jr!
  ist mir mn leben getroumet      oder ist ez wr?
  daz ich ie wnde daz      iht wre, waz daz iht?
  dar nch hn ich geslfen      unde enweiz es niht.
    n bin ich erwachet      und ist mir unbekant
  daz mir hie vor was kndic      als mn ander hant.
  liut unde lant, d ich      von kinde bin erzogen,
  die sint mir fremde worden,      reht' als ez s gelogen.
    die mne gespilen wren,      die sint trge und alt;
  bereitet ist daz velt,      verhouwen ist der walt:
  wan daz daz wazzer fliuzet      als ez wlent flz,
  fr wr ich wnde, mn      unglcke wurde grz.
  mich grezet maneger trge,      der mich bekande  wol.
  diu werlt ist allenthalben      ungenden vol:
  als ich gedenke an manegen      wnneclchen tac,
  die sint mir enpfallen gar      als in daz mer ein slac
  iemer mre, ouw!

    Ow wie jmerlche      junge liute tuont!
  den unvil riuweclche      ir gemete  stuont,
  die kunnen n wan sorgen:      ouw wie tuont sie s?
  swar ich zer werlte kre,      d ist nieman fr:
    tanzen, lachen, singen      zergt mit sorgen gar
  nie kristenman gesach      s jmerlche schar.
  n merket, wie den frouwen      ir gebende stt;
  die stolzen ritter tragent      drperlche wt.
    uns sint unsenfte brieve      her von Rme komen:
  uns ist erloubet trren      und freude gar benomen.
  daz met mich inneclchen      (wir lebten ie vil wol),
  daz ich n fr mn lachen      weinen kiesen sol.
  die wilden vogele      betrebet unser klage:
  waz wunders ist, ob ich      d von vil gar verzage?
  waz spriche ich tumber man      durch mnen boesen zorn?
  swer dirre wnne volget, der      ht jene dort verlorn
  iemer mre, ouw!

    Ow wie uns mit sezen      dingen ist vergeben!
  ich sihe die gallen mitten      in dem honege sweben.
  diu werlt ist zen schoene      wz, gren' unde rt
  und innen swarzer varwe,      vinster sam der tt.
    swen si n habe verleitet,      der schouwe snen trst:
  er wirt mit swacher buoze      grzer snde erlst.
  dar an gedenket, ritter,      ez ist iuwer dinc:
  ir traget die liehten helme      und manegen herten rinc,
    dar zuo die vesten schilte      und diu gewhten swert!
  wolte got, wr' ich      der sigennfte wert!
  s wolte ich ntic man      verdienen rchen solt.
  joch meine ich niht die huoben      noch der hrren golt:
  ich wolte selbe krne      weclchen tragen;
  die mhte ein soldenre      mit sme sper bejagen.
  mht' ich die lieben reise      gevaren ber s,
  s wolte ich denne singen wol      und niemer mre ouw,
  niemer mre ouw!




DER WAHLSTREIT


I

    Ich saz f eime steine
  und dahte bein mit beine,
  dar f sast' ich den ellenbogen;
  ich hete in mne hant gesmogen
  mn kinne und ein mn wange.
  d dhte ich mir vil ange,
  wes man zer werlte solte leben.
  dekeinen rt kond' ich gegeben,
  wie man driu dinc erwurbe,
  der keines niht verdurbe.
  diu zwei sint re und varnde guot,
  daz dicke ein ander schaden tuot;
  daz dritte ist gotes hulde,
  der zweier bergulde.
  die wolde ich gerne in einen schrn.
  j leider des'n mac niht gesn,
  daz guot und werltlich re
  und gotes hulde mre
  zesamene in ein herze komen.
  stg' unde wege sint in benomen:
  untriuwe ist in der sze,
  gewalt vert f der strze,
  frid' unde reht sint sre wunt:
  diu driu enhabent geleites niht, diu zwei enwerden  gesunt.


II

    Ich hrte ein wazzer diezen
  und sach die vische fliezen;
  ich sach swaz in der werlte was,
  velt unde walt, loup, rr und gras;
  swaz kriuchet unde fliuget
  und bein zer erden biuget,
  daz sach ich unde sage iu daz:
  der keinez lebet ne haz.
  daz wilt und daz gewrme
  die strtent starke strme,
  sam tuont die vogel under in;
  wan daz sie habent einen sin:
  sie diuhten sich ze nihte,
  sie schefen starc gerihte:
  sie kiesent knege unde reht,
  sie setzent hrren unde kneht.
  s w dir, tiuschiu zunge,
  wie stt dn ordenunge,
  daz n diu mucke ir knic ht
  und daz dn re als zergt!
  bekr dich, bekre!
  die zirken sint ze hre,
  die armen knege dringent dich:
  Philippe setze en weisen f und heiz sie treten hinder sich!


III

    Ich sach mit mnen ougen
  man unde wbe tougen,
  d ich gehrte und gesach
  swaz iemen tet, swaz iemen sprach.
  ze Rme hrte ich liegen
  und zwne knege triegen.
  d von huop sich der meiste strt,
  der  was oder iemer st,
  daz sich begonden zweien
  die pfaffen unde leien.
  daz was ein nt vor aller nt:
  lp unde sle lac d tt.
  die pfaffen striten sre:
  doch wart der leien mre.
  diu swert sie legeten dernider
  und griffen zuo der stle wieder:
  sie bienen die sie wolten
  und niuwet den sie solten.
  d strte man diu goteshs.
  ich hrte verre in einer kls
  vil michel ungebre:
  d weinde ein klsenre,
  er klagete gote sniu leit:
  w, der bbest ist ze junc: hilf, hrre, dner kristenheit!




VORZEICHEN DES JNGSTEN TAGES


    N wachet! uns gt zuo der tac,
  gein dem wol angest haben mac
  ein ieglich kristen, juden unde heiden.
    wir hn der zeichen vil gesehen,
  dar an wir sne kunft wol spehen,
  als uns diu schrift mit wrheit ht bescheiden.
    diu sunne ht ir schn verkret,
  untriuwe ir smen z gerret
  allenthalben zuo den wegen:
  der vater b dem kinde untriuwe vindet,
  der bruoder snem bruoder liuget,
  geistlchez leben in kappen triuget,
  die uns ze himel solten stegen;
  gewalt gt f, reht vor gerihte swindet.
  wol f! hie ist ze vil gelegen.




MORGENGEBET


    Mit slden meze ich hiute f stn,
  got hrre, in dner huote gn
  und rten, swar ich in dem lande kre.
    Krist hrre, l an mir werden schn
  die grzen kraft der gete dn
  und pflic mn wol durch dner muoter re.
    als ir der heilig engel pflge,
  und dn, d du in der kripfen lge,
  junger mensch und alter got,
  dmetic vor dem esel und vor dem rinde,
  und doch mit sldenrcher huote
  pflac dn Gabril der guote
  wol mit triuwen sunder spot:
  als pflig ouch mn, daz an mir iht erwinde
  daz dn vil gtelch gebot.




DER WAISE


    Diu krne ist elter dan der knec Philippes s:
  d muget ir alle schouwen wol ein wunder b,
  wie s' ime der smit s ebene habe gemachet.
    sn keiserlchez houbet zimt ir als wol,
  daz sie ze rehte nieman guoter scheiden sol.
  ir dewederez d daz ander niht enswachet.
    sie liuhtent beide ein ander an,
  daz edel gesteine wider den jungen sezen man:
  die ougenweide sehent die frsten gerne.
  swer n des rches irre g,
  der schouwe, wem der weise ob sme nacke st:
  der stein ist aller frsten leitesterne.




NEUER LEBENSMUT


    D Friderich z sterrche als gewarp,
  dr an der sle genas und im der lp erstarp,
  d fuorte er mnen kranechentrit in d' erde;
    d gieng ich slchend' als ein pfwe swar ich gie,
  daz houbet hanhte ich nider unz f mniu knie.
  n rihte ab ich ez f nch vollem werde:
    ich bin vil wol ze fiure komen,
  mich ht daz rche und ouch diu krne an sich genomen.
  wol f, swer tanzen welle nch der ggen!
  mir'st mner swre worden buoz:
  alrrste wil ich ebene setzen mnen fuoz
  und wider in ein hchgemete stgen.




KNIG PHILIPPS KRNUNG


    Ez gienc, eins tages als unser hrre wart geborn
  von einer maget, die'r im ze muoter hte erkorn,
  ze Megedeburc der knec Philippes schne.
    d gienc eins keisers bruoder unde eins keisers kint
  in iner wt, swie doch der namen dre sint:
  er truoc des rches zepter und die krne.
    er trat vil lse, im was niht gch,
  im sleich ein hchgeborniu kniginne nch,
  rs' ne dorn, ein tbe sunder gallen.
  diu zuht was niener andersw:
  die Dringe und die Sahsen dienden als d,
  daz ez den wsen muoste wol gevallen.




BERUFUNG AN HERZOG LEOPOLD


    N wil ich mich des scharpfen sanges ouch genieten:
  d ich ie mit vorhten bat, d wil ich n gebieten.
  ich sihe wol, daz man hrren guot und wbes gruoz
  gewalteclche und ungezogenlche erwerben muoz.
  singe ich mnen hveschen sanc, s klagent si'z Stollen:
  dswr ich gewinne ouch lhte knollen;
  st sie die schalkeit wellen, ich gemache in vollen kragen.
  ze sterrche lernde ich singen unde sagen
  d wil ich mich allerrst beklagen:
  vind' ich an Liupolt hveschen trst, so'st mir mn muot entswollen.




DER RMISCHE STUHL


    Der stuol ze Rme ist allerrst berihtet rehte
  als hie vor b einem zouberre Grbrehte.
  der gap ze valle niwet wan sn eines leben:
  s wil sich dirre und al die kristenheit ze valle geben.
  wan refent alle zungen hin ze himele wfen
  und frgent got, wie lange er welle slfen?
  sie widerwrkent sniu werc und velschent sniu wort:
  sn kamerre stilt im snen himelhort,
  sn sener roubet hie und mordet dort,
  sn hirte ist z'einem wolve im worden under snen schfen.




DER VERFHRER


    Ir bischov' unde ir edeln pfaffen, ir st verleitet.
  seht wie iuch der bbest mit des tievels stricken seitet!
  saget ir uns, daz er sant Pters slzzel habe,
  s saget, war umbe er sne lre von den buochen schabe?
  daz man gotes gbe iht koufe oder verkoufe,
  daz wart uns verboten b der toufe.
  n lre t'z in sn swarzez buoch, daz ime der hellemr
  ht gegeben, und z im lese t sniu rr.
  ir kardenle, ir decket iuwern kr:
  unser alter frne der stt undr einer belen troufe.




WIRT UND GAST


    St willekomen, hr wirt! dem gruoze muoz ich swgen:
  st willekomen, hr gast! so muoz ich sprechen oder ngen.
  wirt unde heim sint zwne unschamelche namen:
  gast und hereberge muoz man sich vil dicke schamen.
  noch mez' ich geleben, daz ich den gast ouch greze,
  s daz er mir, dem wirte, danken meze.
  st hnaht hie! st morgen dort! waz gougelfuore ist daz?
  ich bin heime ode ich wil heim, daz troestet baz.
  gast unde schch kumt selten ne haz:
  ir bezet mir des gastes, daz iu got des schches beze.




DREI GASTLICHE HFE


    Die wle ich weiz dr hove s lobelcher manne,
  s ist mn wn gelesen unde sset wol mn pfanne.
  der biderbe patriarche missewende fr
  der ist ir einer, so ist mn hvescher trst zehant d b
  Liupolt, zwir ein frste, Stre und sterrche.
  niemen lept, den ich zuo deme gelche:
  sn lop ist niht ein lobeln: er mac, er ht, er tuot.
  s ist sn veter als der milte Welf gemuot:
  des lop was ganz, ez ist nch tde guot.
  mir'st vil unnt, daz ich durch handelunge iht verre strche.




VERWNSCHUNG


    Herzoge z sterrche, l mich b den liuten.
  wnsche mir ze velde, niht ze walde, ich'n kan niht riuten.
  sie sehent mich b in gerne, als tuon ich sie.
  d wnschest underwlent biderbem man, du'n weist niht wie.
  wnsches d mir von in, s tuost d mir leide;
  vil slic s der walt, dar zuo diu heide:
  diu meze dir vil wol gezemen. wie hst d n getn,
  st ich dir an dn gemach gewnschet hn
  und d mir an mn ungemach? l stn!
  wis d von in, l mich b in, s leben wir sanfte beide.




GTTLICHE BOTSCHAFT


    Hr keiser, ich bin frnebote
  und bringe iu boteschaft von gote:
  ir habt die erde, er ht daz himelrche.
    er hiez iu klagen (ir st sn voget),
  in snes sunes lande broget
  diu heidenschaft iu beiden lasterlche.
    ir muget im gerne rihten.
  sn sun, der ist geheizen Krist,
  er hiez iu sagen, wie er'z verschulden welle
  (n lt in zuo z'iu pflihten):
  er rihte iu d er voget ist,
  klagt ir joch ber den tiuvel z der helle.




AAR UND LWE


    Hr keiser, swenne ir Tiuschen fride
  gemachet stte b de wide,
  s bietent iu die fremeden zungen re.
    die sult ir nemen n' arebeit
  und senet al die kristenheit:
  daz tiuret iuch und met die heiden sre.
    ir traget zwei keisers ellen:
  des aren tugent, des lewen kraft,
  die sint dez herzeichen an dem schilte.
  die zwne hergesellen,
  wan wolten s' an die heidenschaft!
  waz widerstende ir manheit unde ir milte?




AN KNIG FRIEDRICH


    Von Rme voget, von Plle knec, lt iuch erbarmen,
  daz man mich b rcher kunst alsus siht armen.
  gerne wolte ich, mhte ez sn, b eigem fiure erwarmen.
  zah wie'ch danne sunge von den vogellnen,
  von der heide und von den bluomen, als ich wlent sanc!
  swelch schoene wp mir danne gbe ir habedanc,
  der lieze ich liljen unde rsen z ir wngel schnen.
  sus kume ich spte und rte fruo: gast, w dir, w!
  s mac der wirt wol singen von dem grenen kl.
  die nt bedenket, milter knec, daz iuwer nt zerg!




DAS LEHEN


    Ich hn mn lhen, al die werlt! ich hn mn lhen!
  n enfrhte ich niht den hornunc an die zhen
  und wil alle boese hrren deste minre vlhen.
  der edel knec, der milte knec ht mich berten,
  daz ich den sumer luft und in dem winter hitze hn.
  mn' nhgebren dunke ich verre baz getn:
  sie sehent mich niht mr an in butzen ws', als sie tten.
  ich bin ze lange arm gewesen n' mnen danc.
  ich was s volle scheltens, daz mn tem stanc:
  daz ht der knec gemachet reine und dar zuo mnen sanc.




ANMERKUNGEN


FRHLINGSSEHNSUCHT. _geschadet_ ist wie _gescht_ zu lesen; der Winter
hat uns allerwrts Nachteil gebracht. -- _val_, entfrbt. -- _stimme_,
Vogelstimme. -- _maget_, nicht Magd, Dienerin, sondern Jungfrau. --
_wache ich_, mu ich wachen. -- _die wle_, die Zeit ber, so lang. --
_nt haben_, etwas hassen. -- _den strt ln_, das Feld rumen.

TRAUMDEUTUNG. _dar_, dahin. -- _was sn ganc_, nahm er seinen Lauf. --
_mre_, herrlich, lieb. -- _bre_, [mir Schatten] verschaffte. -- _umbe
daz_, darum: deshalb schlief ich rasch ein. -- _bedhte_, duchte. --
_alliu lant_, alle Reiche. -- _gebren_, sich gebrden, benehmen; der
Sinn ist: als wenn ich Beherrscher der Welt und, was ich auch auf Erden
tun mchte, doch des Himmels sicher wre. -- _walden_, Gewalt haben ber
etwas, dafr sorgen. -- _enwart_, ward nicht. -- _unslic_, verwnscht.
-- _schren_, krchzen. -- _geden_, gedeihen: o da es allen Krhen so
ergehen mchte, wie ich es ihnen gnne, d.h. da sie verwnscht seien.
-- _nam_, benahm, raubte. -- _michel_, gro. -- _wan daz_, nur da, nur
weil. -- _niht steines_, kein Stein: htte ein Stein da gelegen, es wre
ihr Tod gewesen. -- _suonetac_, der Tag der Shne, des Gerichts, der
jngste, letzte Tag. -- _wan_, aber, indessen. -- _wunderalt_, sehr alt.
-- _eiden_, eidlich verpflichten, in Pflicht und Eid nehmen. --
_bescheiden_, auseinandersetzen, auslegen. -- _dannoch_, sodann noch:
berdies sagte sie mir noch. Das Folgende eine sprichwrtliche
Redensart.

FRHLING UND FRAUEN. _s_, wenn. -- _same_, _sam_, gleichwie, als wenn.
-- _spilede_ = _spilende_, funkelnd. -- _wse_, Melodie. -- _sich
genzen_, sich gleichstellen, vergleichen. -- _sich gelchen_, gleich
sein, gleichen. -- _dicke baz_, oft noch besser. -- _wol gekleidet_,
geputzt, in festlicher Kleidung. -- _wol gebunden_, mit schnem
_gebnde_, mit schn aufgebundenem, geschmcktem, mit Blumen bekrnztem
Haar. -- _durch kurzewle_, wegen (zur) Kurzweil, Unterhaltung; in groe
Gesellschaft. -- _hovelchen hchgemuot_, in edler sittsamer Heiterkeit.
-- _niht eine_, nicht allein = in Begleitung. -- _under stunden_, von
Zeit zu Zeit: zuweilen ein wenig sich umsehend. -- _alsam_, gleichwie.
-- _kapfen_, offenen Mundes schauen, gaffen. -- _welt_, wollt. --
_hchgezt_, Freudenfest. -- _krefte_, von _kraft_, Macht, Flle. --
_wederez_, welches von beiden. -- _berstrten_, im Kampfe, Wettstreit
bertreffen. -- _w_, ach. -- _kre_, von _kiesen_, auswhlen,
aussuchen. -- _hr Meie_, Personifikation. Der Sinn ist: lieber mags
wieder Winter werden, als da ich meine Herrin hergbe.

LIEBESTRAUM. _st_, sieh, da nimm. -- _iu_, euch. -- _hn_, habe,
besitze. -- _sule wir_ = _sulen wir_, wollen wir. Das Blumenbrechen vor
dem Walde oder auf ferner Aue gilt fr bedenklich, und der Ausdruck wird
doppelsinnig gebraucht. Rosen lesen und ein Ku von rotem Munde sind
gleichbedeutend. -- _kint_, junges Mdchen. -- _re_, Ehrgefhl, Scham.
-- _sich erschamen_, in Scham geraten; da schlug sie ihre leuchtenden
Augen verschmt nieder. -- _neic_, sie verneigte sich dankend. --
_schne_, freundlich. -- _tougen_, heimlich. -- _ie_, allezeit,
fortwhrend. -- _b uns_, neben uns. -- _von_, vor, aus. Aus Freude ber
dieses wonnevolle Glck, das mir im Traume beschert war, mute ich
lachen. -- _muose_, mute. -- _meiden_ = _megeden_, Jungfrauen. --
_vast'_ = _vaste_, sehr, genau, eifrig. -- _under diu ougen_ oder _under
ougen_, ins Gesicht. -- _lhte_, vielleicht. -- _eniu_, jene: die ich im
Traume sah. -- _mir ist buoz_, ich werde von etwas erledigt, befreit: so
bin ich meiner Sorgen, meines Kummers quitt. -- _waz obe_, wie wenn, wer
wei ob nicht. Der auch anderwrts begegnende Ausdruck _an dem tanze
gn_ deutet auf eine mehr ruhige Bewegung.

SCHNHEIT UND TUGEND. _Wol mich_, wohl mir: Heil der Stunde. --
_erkennen_, kennen lernen. -- _muot_, Seele, Gemt: mich an Leib und
Seele. -- _betwingen_, bezwingen, unterwerfen. -- _st deich_, seitdem
ich. -- _s gar_, so gnzlich. -- _wande_, wandte, richtete. --
_verdringen einen eines dinges_, wegdrngen von etwas: deren sie mich
beraubt hat. -- _gescheiden_, sich trennen, losmachen. -- _getar_, von
_geturren_, sich unterstehen, getrauen, drfen. -- _eines dinges an
einen muoten_, etwas von einem verlangen, ihm zumuten. Was immer ich von
ihrer Gte verlangen darf, mge zu einem guten, uns beide befriedigenden
Ende gebracht werden.

UNTER DER LINDE. _friedel_, Geliebter. -- __, vorher, frher. -- _hr_,
erhaben, vornehm, heilig: hl. Jungfrau (Maria). -- _stunt_, hinter
Zahlwrtern: Mal. Ob er mich gekt hat? ja, wohl tausendmal. -- _als_,
verstrkend, im Sinne von: sehr. -- _bettestat_, Lager-, Ruhesttte. --
_das pfat_, der Pfad. -- _b den rsen_, an den Rosen: da wo die Rosen
liegen. -- _mir'z_ = _mir daz_. -- _niemer niemen_, nimmer niemand,
verstrkte Negation. -- _bevinde_, erfahre, soll das erfahren. -- _wan_,
auer. -- _getriuwe_, zuverlssig, verschwiegen.

GEGENSEITIGE LIEBE. _unmre_, unwert, gleichgltig, zuwider. Ob du mich
liebst, wei ich nicht, ich aber liebe dich. -- _swre_, schmerzlich. --
_vermden_, unterlassen. -- _erlden_, ertragen. -- _huote_, Vorsicht:
tust du das etwa aus Vorsicht (vor den Sphern), da du mich so selten
anblickst? -- _ze guote_, zum Nutzen. -- _wzen_, tadeln: so tadle ich
dich deswegen nicht. -- _s d baz enmgest_, wenn du nicht weiter
(gehen, mehr tun) kannst. -- _swanne_, wann immer. -- _ich s'_ = _ich
sie, die_: ich alle diejenigen betrachte, die. -- _von schulden_, aus
zureichendem Grunde, mit Recht. -- _behagen_, gefallen. -- _ne remen_,
ohne Prahlerei. -- _sumelch_, mancher. -- _z'ihte_, zu irgend etwas,
einigermaen. -- _mre_, wert: ob ich dir etwas gelte. -- _niwet_,
ltere Form von _niht_.

SCHNHEIT UND ANMUT. _frouweln_: das Diminutivum bezeichnet die niedere
Herkunft der Geliebten. -- _willeclchen_, willig, bereitwillig. --
_muot haben eines dinges_, Verlangen, Lust, Absicht haben, etwas zu tun:
dazu wre ich gerne bereit. -- _m_, weiter. -- _wan daz_, auer, als
da. Das bereitet mir Schmerz. -- _verwzen_, einem tadelnd vorwerfen;
verweisen, da ich so Niedrigem meinen Gesang weihe. -- _liebe_, Anmut,
Liebreiz. Dafr sollen sie keinen Dank empfangen; eine Verwnschung. --
_getraf_, bewegte, ergriff. -- _guot_, Geld, Vermgen, Reichtum. --
_haz_, Hassenswertes. -- _gch_, jh, schnell: lasse sich keiner von der
Schnheit zu rasch fesseln. -- _gt nch_ = steht nach: die Anmut geht
der Schnheit vor. -- _schoene_, unflektierte Form; verschnt die Frau.
-- _vertragen_, ertragen, hingehen, sich gefallen lassen; nmlich den
gegen meine niedere Minne ausgesprochenen Tadel. -- _glesn vingerln_,
Fingerring von Glas, im Mittelalter hufig getragen. Durch den Glasring,
den der Dichter dem Goldreif einer Frstin vorzieht, ist die Armut und
niedrige Stellung der Geliebten angedeutet. -- _dn n' angest gar_, in
bezug auf dich gnzlich unbesorgt. -- _iemer_, jemals. -- _mit willen_,
mit Vorsatz, absichtlich.

DIE HERRLICHE FRAU. _wunderwol_, wunderbar schn. -- _ich setze ir
minneclchen lp_: ich rume ihrem lieblichen Leibe eine wrdige Stelle
ein in meinem kunstvollen Gesang; ich bin gern bereit, allen Frauen zu
huldigen; doch habe ich mir diese auserwhlt, ein anderer kennt die
seinige: ich habe nichts dagegen, wenn er diese lobt, selbst wenn es mit
meiner Tonweise und meinen Worten (meinen eigenen Liedern) geschieht. --
_als_, als wenn, wie wenn. -- _joch_, auch. -- _d abe_, davon, daraus.
-- _d inne_, darin. -- _ersehen_, schauen; spiegeln. -- _mir s'_ = _mir
sie_, nmlich die beiden Sterne (Augen). -- _haben_, halten: o da sie
mir die Augen so nahe rckte, da ich mich darin schauen knnte! --
_s_, dann. -- _jungen_, jung werden. -- _und_, wenn. -- _mir gernden
siechen_, mir Sehnsuchtskranken. -- _mir wirt baz_, ich werde von etwas
erlst, befreit. -- _seneder shte_, von der Liebeskrankheit. -- _flz
haben eines dinges_, Sorgfalt auf etwas verwenden. Gott verwandte auf
ihre Wangen so groe Sorgfalt. -- _streich_: Prteritum von _strchen_,
streichen. -- _roeseloht_, rosig; _liljenvar_, lilienfarbig. -- _vor
snden_, ohne mich zu versndigen. -- _tar_, mich getraue, darf. --
_himelwagen_, das Sternbild des groen Bren. -- _hr_, vornehm, stolz:
erhebe ich sie gar zu hoch, so kann es leicht geschehen, da mein Lob
meinem Herzen zum Schmerz (_sr_) gereicht. -- _kssen_, Kissen,
Polster, so nennt der Dichter wortspielend die rotschwellenden Lippen.
-- _f stn_, erstehen, sich erheben. -- _nt_, Drangsal: so wrde ich
dieser Pein ledig. -- _smecken_, riechen, duften. -- _s_, wenn. --
_iender_, irgend, nur. -- _regen_, bewegen, berhren. -- _allez_,
gnzlich, durchaus; als wenn es durch und durch aus Balsam bestnde. --
_so dicke_, so oft. -- _kel_, der Hals. -- _ietweder_, jeder von beiden,
beide. -- _ze wunsche wolgetn_, wie man nur wnschen kann, aufs beste,
vollkommenste geschaffen; wenn ich daneben (zwischen Hals und Fu) etwas
loben darf, so meine ich allerdings noch mehr gesehen zu haben. --
_decke blz_, Imperativ, decke das Bloe! vielleicht ein Ausdruck aus
dem Fechtunterricht, Zuruf des Lehrers. -- _mn niht_, nichts von mir,
mich nicht. -- _schz_, traf, verwundete. -- _stichet noch_, schmerzt
noch (wie eine Wunde). -- _als_, ganz so wie, wie. -- _d_, damals. --
_die reinen stat_, die reine, schne Sttte.

TROST IM LEIDE. _ab_, gekrzt fr _aber_; will denn niemand wieder
frhlich sein, da wir nicht immerfort in Sorgen leben mssen? -- _von_,
vor. -- _wzen_, tadeln, strafen, vorwerfen: ich wei nicht, wem sonst
ich die Schuld geben soll. -- _unbetwungen_, uneingeschrnkt,
unbehindert: die haben nichts, was sie bekmmert. -- _des_, darum. --
_stn_, schlecht oder gut anstehen, ziemen. -- _Fr Slde_: die
Glcksgtter: wie (eigen, ungleich) die Glcksgttin doch ihre Gaben
austeilt. -- _kumber_, Bedrngnis, hier die Last der Armut. -- _s_,
umgekehrt, auf der andern Seite. -- _gt s'_ = gibt sie. -- _daz
ungemete_, Unmut. -- _nien'_ = _niene schriet_, Prteritum von
_schrten_, schneiden, zuschneiden; der Dichter bleibt beim Bilde des
Kleidens; _guote_ ist ironisch gemeint. -- _verholne_, insgeheim, im
stillen. -- _sorge_, Kummer. -- _trage_, trgt. -- _liehte tage_ = die
sonnigen Tage des Sommers, die Sommerfreude. -- _erwelt_, auserlesen. --
_l stn_: la ab, hr auf.

DAS HALM-MESSEN. _zwvellch_, ungewi, verzweifelnd. -- _wn_, hier
etwa Gedanken. In zweifelnde Gedanken. -- _was ich gesezzen_, hatte ich
mich gesetzt, war ich vertieft, versenkt; da ich meine Bemhung um sie,
meine Bewerbung aufgeben wolle. -- _wan daz_, auer da: htte mich
nicht eine freudige Zuversicht zurck (davon ab) gebracht. -- _frwen_,
freuen. -- _ltzel ieman_, wenig jemand = niemand. -- _er enwizze wes_,
ohne zu wissen weshalb, worber. -- _er giht_: er sagt (ich solle noch
die Gunst der Geliebten gewinnen). -- _kleine_, fein, zart. Unter dem
Messen des Halmes haben wir dasselbe Spiel zu verstehen, das heute noch
unter Kindern und Erwachsenen im Schwange ist und darin besteht, da
entweder die Knoten oder Ringe eines beliebigen Halmes oder auch die
Bltter der Sternblume (wie von Gretchen im Faust), ja selbst die Knpfe
an Weste und Rock gezhlt werden. Doch ist zu beachten, da W. den Halm
ein _kleinez str_ nennt, was die Deutung auf die Halmknoten unsicher
macht.

DAS RECHTE MASS. _fegerinne_, Schpferin. -- _zewre_, frwahr. --
_endarf_: braucht sich nicht. -- _durch daz_, deshalb. -- _ebene_, im
Gegensatz zu _nidere_ und _hhe_, im rechten Ebenmae der Mitte. --
_werben_, handeln, tun, werben (hier: um Minne). -- _vil nch_, nahezu,
beinahe. -- _ze nidere_, _ze hhe_, durch zu niedrige, zu hohe Werbung.
-- _ir lt mich ne nt_, lat mich unbehelligt, in Ruhe! -- _swachen_,
erniedrigen. -- _kranc_, schwach, gering, unwrdig. -- _beiten_, warten,
zgern. Ich mchte wissen, warum die Mae zgert (mich aus der Unmae zu
retten durch ihre Unterweisung). -- _verleitet_, irregefhrt: kommt die
Mae nicht bald, so folge ich ratlos meinem Herzensdrang.

PREIS DER LIEBENSWRDIGKEIT UND TUGEND. _gedinge_, Hoffnung, Zuversicht.
-- _liep_, angenehm, s. -- _mir liebet ein dinc_, gefllt mir, ist mir
angenehm. -- _enwiderstrt_, um die Wette. -- _trst hn ze freuden_,
zuversichtliche Hoffnung haben, da etwas Erfreuliches geschieht. --
_baz_, besser, mehr. -- _maz_, abmessend, vergleichend betrachtete. --
_im_, dem andern, was ihn mehr als alles Genannte erfreute. --
_entoben_, sich erheben ber. -- _an die frouwen mn_, in bezug auf
meine Geliebte.

DEUTSCHLAND BER ALLES. _gar ein wint_, gar nichts. -- _miete_, Lohn,
Belohnung. -- _ren_, Preis. -- _tiusch_, gekrzt aus _diutisch_,
_tiutsch_, deutsch; ich will den deutschen Frauen solche Dinge
verknden, da sie der Welt noch mehr (als bisher) gefallen werden. --
_ne_, ohne. -- _unrehte_, unrecht, unrichtig. -- _strten_, mit Worten
sowohl als mit Waffen streiten. Was ntzte es mir auch, wenn ich
Falsches behauptete? -- _her wider_, wiederum zurck. -- _hn erkant_,
kennen gelernt habe. -- _gelz_, Benehmen; falls ich mich anders auf
Beobachtung von edler Bildung und krperlicher Schnheit verstehe, so
mchte ich, so wahr mir Gott helfe, wohl schwren, da hier die Frauen
besser sind als anderwrts. -- _sam_, beteuernd: so wahr, _mir got_ sc.
_helfe_.

DER MINNE RECHT. _ich wil_, ich meine: zwei Geliebte drfen nach meiner
Ansicht wohl miteinander zrnen, wenn es aus treuem Herzen kommt:
abwechselnd Trauer und Heiterkeit, leichter Zorn und innige Vershnung,
das ist das der Minne zukommende, gebhrende Recht, so will es herzliche
Liebe.

IM GELOBTEN LAND. _alrst_ = _allererst_. Nun erst hat das Leben Wert
fr mich. -- _giht_, von _jehen_, von jemand etwas sagen: das man so
sehr rhmt und preist. -- _menneschlchen_, menschlich, als Mensch. --
_trat_, wandelte. -- _er reine_, er der Reine, Makellose. -- _wir
eigen_, wir Unfreie, Leibeigene. -- _heiden_, darunter verstand man im
Mittelalter namentlich auch die Mohammedaner. -- _mir ist zorn_, ich
gerate in Zorn. -- _bergenz_, der seinesgleichen nicht hat. --
_hinnen_, von hinnen. -- _sunder scheiden_, absondern, lostrennen. --
_al ein_, alles eins: sie bilden eins. -- _sleht_, glatt. -- _eben_,
gleichmig. -- _der zein_, gegossener Metallstab. -- _geschenden_,
zuschanden machen. -- _sich heben_, anheben, anfangen. -- _sluoc unde
stach_, geschlagen und gestochen hatte. -- _sande_, gesandt hatte. --
_hin wider_, hierher zurck. -- _einen tac sprechen_, einen bestimmten
Termin zur Gerichtsverhandlung ansetzen. -- _angeslch_, angstvoll,
Angst erregend: den jngsten Gerichtstag. -- _der weise_, die Waise. --
_der gewalt_, Vergewaltigung. -- _gestalt_, von _stellen_, anstellen:
die man an ihm hier verbt. -- _vergalt_, bezahlt, gebt hat. --
_lantrehtre_, Vorsteher eines Landgerichts. -- _tihten_, das Erfinden,
Urteilsspruch; juristische Spitzfindigkeiten, Erfindungen. -- _fristen_,
aufschieben, hintanhalten. -- _ze stunt_, sogleich, auf der Stelle. --
_unverebenet_, unausgeglichen, unberichtigt. -- _diu ger_, das
Verlangen, Begehren: unser Anspruch ist der berechtigte, darum ist es in
der Ordnung, da er ihn uns erflle.

EINST UND JETZT. _war_, wohin. -- _kndic_, bekannt, wie der einen Hand
die andere. -- _bereitet_, was einst unangebautes Feld, also
Wiesengrund, war, ist jetzt umgebrochen in cker, der Wald ist
umgehauen. -- _wan daz_, nur da: flsse nicht das Wasser, wie es
ehedem geflossen; frwahr ich glaubte ... -- _trge_, trg, lssig,
zgernd. -- _ungende_, Trbsal, Migeschick. -- _enpfallen_, bildlich:
verloren gehen: die sind mir entschwunden, zerronnen. Wie ein Schlag ins
Meer, in den Bach oder ins Wasser, ein bei den mhd. Dichtern fter
vorkommendes Bild fr etwas schnell Vorbergehendes, spurlos
Verschwindendes. -- _iemer mre_, fr immer. -- _jmerlche_, klglich.
-- _tuont_, sich gebrden. -- _unvil_, selten = niemals. --
_riuweclche_, bekmmert, betrbt. -- _kristenman_, Christenmensch. --
_das gebnde_, der Kopfputz der Frauen. -- _drperlch_, drfisch,
burisch. -- _unsenfte_, unerfreulich. -- _brieve_, Bannbriefe, -bullen.
-- _met_, betrbt, qult mich. -- _kiesen_, whlen: da ich nun das
Lachen mit Weinen vertauschen soll. -- _wilde_ heit alles, was im Walde
lebt, im Gegenteil zu _zam_, das bei den Menschen lebt: selbst die dem
Menschen fremden Waldvgel trauern mit uns. -- _dirre wnne_, dieser,
der irdischen Wonne und Freude. -- _vergeben_, vergiften: wie sind wir
mit den Sigkeiten (dieser Welt) vergiftet! -- _iuwer dinc_, eure
Sache; euch, ihr Ritter, liegt es ob (das Kreuz zu nehmen). -- _rinc_,
Stahlring, Ringpanzer. -- _diu gewhten swert_, im Mittelalter wurden
den Rittern bei Gelegenheit der Schwertnahme die Schwerter geweiht und
gesegnet. -- _sigenunft_, eigentlich Siegnahme; Sieg. Wre ich wrdig,
an dem siegreichen (Kreuz-)Zuge teilzunehmen! -- _ntic_, arm,
bedrftig. -- _joch_, wahrlich. -- _huobe_, Hube, mansus, ein Grundstck
von 30-40 Morgen Landes; hier = Lehngter. -- _die lieben reise ber
s_, die willkommene, erwnschte Kreuzfahrt bers Meer.

DER WAHLSTREIT. _stein_, Fels. -- _dahte_, von decken, ebenso _saste_
von _setzen_. -- _gesmogen_ von _smiegen_: geschmiegt. -- _daz wange_,
die Wange. -- _ange_, dicht an-, umschlieend, dann bildlich: mit
ngstlicher Sorgfalt. -- _wes_, weshalb. -- _der_, deren, von denen. --
_diu zwei_, zwei davon. -- _varnde guot_, bewegliche (hier =
vergngliche, irdische) Habe. -- _diu bergulde_, was mehr gilt: die
mehr wert ist als die beiden andern. -- _mre_, jemals wieder. --
_benemen_, entziehen, unmglich machen: Weg und Steg sind ihnen verlegt.
-- _diu sze_, der Hinterhalt. -- _wazzer_, Flu. -- _diezen_, tosen,
rauschen. -- _fliezen_, vom flieenden Wasser getrieben werden;
schwimmen. -- _der keinez_, keines von ihnen. -- _haz_, Feindschaft. --
_starke strme_, gewaltige Kmpfe. -- _sam_, ebenso. -- _under in_,
unter sich. -- _sie_ = _sie en_, wenn sie nicht. -- _zunge_, Sprache,
Nation, Volk: deutsche Sprache = Deutschland. -- _bekr dich_, kehr um.
-- _der zirke_, Zirkel, goldener Reif als Kopfschmuck der Frsten. --
_ze hre_, zu stolz, hochmtig: die einfachen Frstenkronen (Frsten)
sind (gegenber der Knigskrone, Reichsgewalt) zu bermtig geworden. --
_die armen knege_, damit sind nicht die Bewerber um den deutschen Thron
gemeint, sondern die auslndischen Knige (von England, Frankreich,
Dnemark), die nach der staufischen Doktrin des kaiserlichen
Weltimperiums im Verhltnis zum Vertreter der Reichsgewalt als arm,
d.h. niederen Ranges erscheinen. -- _dringen_, drngen. -- _en_ gekrzt
aus _den_. -- _der weise_, der kostbarste Edelstein in der deutschen
Kaiserkrone, den der Sage nach Herzog Ernst aus dem hohlen Berge
mitgebracht hat; den Namen fhrt er, weil ihm an Gre und Wert kein
anderer gleichkommt, er also der Einsame, Verwaiste ist. -- _Philippe_
ist Dativ: Deutschland wird aufgefordert, Philipp zu krnen. Dabei ist
zu bemerken, da Philipp als Bruder des vorigen Kaisers und als
Reichsverweser die Kleinodien in Verwahrung hatte. Als Walthers Wunsch
nachher in Erfllung ging, freute er sich, wie schn die Krone dem
kaiserlichen Haupte Philipps stehe, wie das edle Gestein und der junge
Knig einander anleuchten und nun der Waise aller Frsten Leitstern sei.
-- _hinder sich_, zurck. -- _man_ und _wbe_ ist gen. pl. -- _tougen_,
Geheimnis. Ich sah mit meinen Augen die Geheimnisse der Mnner und
Frauen, d.h. aller Welt. -- _liegen_, lgen. Papst InnocenzIII.
spielte in bezug auf die deutsche Kaiserwahl ein so feines Spiel, da,
wie er selber schreibt, bis zum Frhjahr 1199 beide Knige sich seiner
Gunst rhmen konnten und in Deutschland laut die Rede ging, nicht auf
die Wohlfahrt des Reiches, sondern auf seine Erniedrigung und Zerrttung
habe er es abgesehen. -- _zwne knege_, unter diesen beiden betrogenen
Knigen sind die beiden Staufer Philipp und Friedrich, der zum Knig
erwhlte Sohn Kaiser HeinrichsVI., zu verstehen. -- _der meiste_, der
grte. -- _sich zweien_, sich trennen, entzweien. -- _vor_ bedeutet den
Vorzug: ber. -- _lp unde sle_, d.h. jener durch die Laien, diese
durch die Geistlichkeit. -- _diu stle_, das priesterliche Hauptgewand;
Symbol der geistlichen Gewalt. -- _sie bienen_: sie bannten. Das bezieht
sich auf den vom Kardinallegaten am 29. Juni 1201 ber Philipp und seine
Anhnger verhngten Bann. -- _niuwet_ (ahd. _niowiht_), nicht: und nicht
denjenigen, den sie sollten, nmlich Otto, der nach Walthers Ansicht den
Bann allein verdient htte. -- _strte_, zerstrte. -- _diu ungebre_,
Wehklage. -- _ein klsenre_, ber diesen Klausner, den Walther noch an
zwei andern Stellen nennt, ist schon viel hin und her geraten worden,
ohne da die Frage zu einem sichern Entscheid gebracht wre. -- _w,
der bbest ist ze junc_, Papst InnocenzIII. war bei seiner Wahl (8.
Jan. 1198) 37 Jahre alt. Dies fr einen Papst jugendliche Alter wurde in
staufischen Kreisen mit seinen reformatorischen Plnen und seinem
gewaltttigen Vorgehen gegen die weltliche Macht in Verbindung gebracht.

VORZEICHEN DES JNGSTEN TAGES. _zuo gn_, nahen. -- _gein dem_, im
Hinblick auf den: dem mit Bangen entgegensehen darf. -- _diu kunft_, das
Kommen, Nahen. -- _spehen_, auskundschaften, erkennen. -- _den schn
verkren_, sich verfinstern. -- _z rren_, ausstreuen. -- _zuo_, auf,
an die Wege. -- _einem liegen_, ihn anlgen. -- _geistlchez leben in
kappen_ = Klostergeistlichkeit. -- _diu kappe_, langes berkleid mit
Kapuze, Chormantel, Kutte. -- _stegen_, den Steg fhren, leiten, den Weg
bereiten. -- _f gn_, aufsteigen, die Oberhand gewinnen. -- _gelegen_,
mig liegen bleiben: hier ist schon zuviel versumt worden. Der Dichter
meint, da es die hchste Zeit sei, der Gewalt zu steuern und das
gebeugte Recht wieder aufzurichten.

MORGENGEBET. _swar_, wohin immer. -- _kren_, gehen, kommen, eine
Richtung nehmen. -- _l_, Imperativ von _ln_, _lzen_. -- _schn
werden_, sichtbar werden. -- _kripfe_, Krippe. -- _lge_, lagest. --
_erwinde_, ablasse, aufhre. Ebenso nimm auch du mich in deinen Schutz,
damit dein gttliches Gebot an mir nicht unerfllt bleibe.

DER WAISE. _smit_, Goldschmied. -- _ebene_, genau passend. -- _zimt ir_,
pat zu ihr. -- _dewederez_, keines von beiden. -- _leitesterne_,
Leitstern; eig. Polarstern, auch Meerstern genannt, nach welchem die
Seefahrer sich richten.

NEUER LEBENSMUT. _als gewarp_, es so weit brachte, dahin kam. -- _dr_
= _daz er_. -- _an der sle genas_, die Seele rettete; weil er auf der
Kreuzfahrt im Gelobten Lande, also in gttlichen Diensten starb. --
_kranechentrit_, hochmtiger, gespreizter Gang nach Art der Kraniche. --
_in d' erde_, in die Erde: er dmpfte, demtigte meinen stolzen Gang,
bermut. -- _slchen_, leise schreitend gehen. -- _als_, wie. -- _swar_,
wohin immer. -- _hanhte_, von _henken_, hngen lassen. -- _nch vollem
werde_, meiner vollen Wrde, Standesehre gem. -- _ze fiure komen_,
gastliche Aufnahme finden. -- _rche_, Imperium, aber auch Imperator. --
_des ist buoz_, meine Not hat ein Ende. -- _alrrste_, jetzt erst kann
ich ruhig und bequem auftreten. -- _daz hchgemete_, erhhte, freudige
Stimmung.

KNIG PHILIPPS KRNUNG. _eins keisers bruoder_, Philipp, selbst Kaiser
(weil er noch nicht in Rom gesalbt war, hier nur Knig genannt), war
Kaiser HeinrichsVI. Bruder und Kaiser FriedrichsI. Sohn, vereinigte
also in seiner Person (_wt_, Kleidung) drei Namen, dreifache Wrde. --
_swie doch_, obgleich. -- _treten_, auftreten, schreiten. -- _lse_,
leichtauftretend, und _gch_, eilig, rasch sind Gegenstze: der
kaiserliche Anstand verlangt gemessenen Schritt; rasche ungestme
Bewegungen widerstreben berhaupt der hfischen Sitte und Etikette. --
_ein hchgeborniu kniginne_, Irene, frher Verlobte Tankreds von
Sizilien, Tochter des byzant. Kaisers Isaak Angelus, zu Pfingsten (25.
Mai) 1197 auf dem Gunzenl bei Augsburg mit Philipp getraut. Sie erhielt
in Deutschland, wo man sie um ihres zarten jungfrulichen Wesens willen
ungemein verehrte, den Namen Maria, daher sie der Dichter Rose ohne Dorn
und Taube ohne Galle nennt. -- _niener_ = _niender_, nirgends: war dort
in reichstem Mae vertreten.

BERUFUNG AN HERZOG LEOPOLD. _sich genieten_, sich befleien. --
_Stolle_, damit ist wohl einer von den unhfischen Verkehrern seines
Gesanges am Krntner Hofe gemeint. -- _der knolle_, unfrmlicher
Auswuchs; _kn. gewinnen_, bildlich: vor Zorn aufschwellen, zornig
werden. -- _krage_, Schlund, Hals, Rachen. -- _muot_, erregte Stimmung,
Zorn. -- _entswellen_, abschwellen: so legt sich mein Zorn.

DER RMISCHE STUHL. _allerrst_, nun erst. -- _berihten_, wohl versehen,
besetzen. -- _val_ = Fall in die Hlle. _ze valle geben_, ins ewige
Verderben strzen. -- _niwet wan_, nichts als. -- _wan_, warum nicht.
Warum rufen nicht usw. -- _wfen_, Hilfs- und Wehruf. -- _slfen_, nach
alttestamentlicher Ausdrucksweise (Psalm44, 21ff.) = ruhig zusehen. --
_widerwrken_, entgegenwirken, hintertreiben, vereiteln. -- _sn
kamerre_, Schatzmeister = der Papst. -- _himelhort_, der Schatz
gttlicher Gnade, welchen der Papst auf Erden verwalten und austeilen
sollte, den er aber zu seinem eigenen Nutzen verwendet. -- _sener_,
Richter, Mittler, Friedensstifter.

DER VERFHRER. _seiten_, umstricken, fesseln. -- _von den buochen
schaben_, aus den Bchern (der Bibel) tilgen. -- _gotes gbe_, nicht
allein die Sakramente, sondern alle andern kirchlichen Wohltaten. --
_b_, beschwrend: so wahr wir Christen sind. -- _t' z_ = _eht ez_, nun
mge es ihn auch lehren; nun mge er aus ihm zusammenlesen. -- _swarzes
buoch_, Zauberbuch, aus dem die Schwarzkunst, die Nigromantie, gelernt
wird. -- _der hellemr_, der Teufel. -- _rr_ ist schwierig zu deuten,
aber auf das folgende, auf die Bedeckung des Chors durch Schilfrohr, hat
es kaum einen Bezug; eher sind Rohrpfeifen gemeint, womit man
Leichtglubigen etwas vorpfeift, Knste, die zur Betrung Schwacher aus
Zauberbchern gelernt werden. -- _iuwern kr_, euern Chor: die rmische
Kirche, schtzt ihr vor Sturm und Regen. -- _alter frne_ = _frne
alter_, der heilige, der Hochaltar: der wichtigste Teil fr das Ganze:
die Kirche.

WIRT UND GAST. _wirt_, Hausherr. -- _ngen_, sich dankend verneigen. --
_daz heim_, das eigene Haus, Heimwesen. -- _unschamelch_, dessen man
sich nicht schmen mu. -- _hnaht_, aus _hia naht_, diese (die
kommende) Nacht. -- _gougelfuore_, das Treiben eines Gauklers,
Jongleurs, Spielmanns: was ist das fr ein Gauklerleben? -- _ne haz_,
beliebt, willkommen.

DREI GASTLICHE HFE. _gelesen_, d.h. bereit, im Keller. -- _ssen_,
sausen, vom Knistern der Bratpfanne. Der Sinn ist: so kann es mir weder
an Speise noch Trank fehlen. -- _missewende fr_, tadel-, makellos.
Unter dem biedern Patriarchen ist aller Wahrscheinlichkeit nach Wolfger
von Passau gemeint, der 1204-1218 Patriarch von Aquileja war. -- _zwir
ein frste_, zweimal ein Frst, nmlich von Steiermark und sterreich.
-- _gelche_, vergleichen knnte. Ich wei keinen Lebenden mit ihm zu
vergleichen. -- _sn veter_, darunter ist sein Oheim (Vatersbruder),
Herzog Heinrich, gemeint; er wohnte in Mdling bei Wien und starb 1223.
-- _der milte Welf_, WelfVI. (der letzte) von Bayern, gest.1191 zu
Memmingen, wo er seit 20 Jahren ein schwelgerisches Leben gefhrt und
seine groen Gter in Italien und Deutschland vergeudet hatte. -- _ez
ist nch tde guot_, es berdauert seinen Tod. -- _mir ist unnt_, ich
habe nicht ntig. -- _durch handelunge_, um Bewirtung willen. -- _verre
strchen_, in die Ferne schweifen, weit gehen.

VERWNSCHUNG. _riuten_, reuten, den Wald ausroden. -- _leide_, weh. --
_gezemen_, passen. -- _gemach_ ist Annehmlichkeit, Bequemlichkeit;
_ungemach_ das Gegenteil. -- _l stn_, hr auf. -- _wis_, sei: bleib du
von den Leuten.

GTTLICHE BOTSCHAFT. _frnebote_, in der Rechtssprache eine hohe,
unverletzliche Gerichtsperson, hier jedoch Abgesandter des Herrn,
Herrenbote. -- _er hiez_, er befahl = er lt. -- _voget_, das lat.
advocatus, Schirmherr; Stellvertreter. -- _brogen_, sich bermtig
erheben, grotun, trotzen. -- _lasterlche_, schimpflich. -- _gerne_ =
zu eurem eigenen Vorteil. -- _einem rihten_, Recht schaffen, zum Recht
verhelfen. -- _verschulden_, eine Schuld abtragen, vergelten. --
_pflihten_, lat ihn euch verpflichtet werden.

AAR UND LWE. _wide_, _wit_, Strick aus gedrehten Reisern zum Binden und
Hngen; _gebieten_ oder _verbieten b der wide_, stehende Formel: bei
der Strafe des Hngens. -- _die fremeden zungen_, die auslndischen
Sprachen = Vlker: so setzt ihr euch bei den Nachbarvlkern in Ansehen.
-- _senen_, vershnen: ihr sollt der Christenheit den Frieden geben. --
_tiuren_, im Werte erhhen, verherrlichen. -- _ellen_, Kraft, Mannheit.
-- _schilte_: das Wappen OttosIV., das er bei seiner Krnung zu Rom im
Schilde fhrte, waren drei Lwen und ein halber Adler. -- _herzeichen_,
Feldzeichen, Fahne, aber auch Wappen. -- _hergeselle_, Kampfgenosse. --
_manheit_ bezieht sich hier auf den Lwen, _milte_ (Freigebigkeit) auf
den Adler, der der Sage nach seinen Raub nie ganz verzehrt, sondern
kleineren Vgeln immer einen Teil davon liegen lt.

AN KNIG FRIEDRICH. _voget von Rme_, rmischer Schirmvogt = Kaiser. --
_Plle_, Apulien. -- _armen_, arm sein. -- _zah_, wohlan, frischauf.

DAS LEBEN. _al die werlt_, hrt es, ihr Leute alle. -- _der hornunc_,
Februar, bildlich fr Frost, Frostbeulen. -- _zhe_, die Zehe; _an die
zhen_, nmlich zu bekommen. -- _boese hrren_, Anspielung auf Knig
Otto. -- _berten_, mit dem Ntigsten ausrsten, versehen. -- _den
sumer_, adv. acc., den Sommer ber. -- _der butze_, Larve, Popanz; _in
butzen ws_, wie eine gespenstige Schreckgestalt. -- _s volle
scheltens_, so voll vom Schimpfen.


11.-20. Tausend.

Druck von Breitkopf und Hrtel in Leipzig




  [ Im folgenden werden alle genderten Textzeilen angefhrt, wobei
    jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die genderte Zeile
    steht.

    Under der linden
    Under der linden

  etwa Gedanken. In zweifelnde Gedanken _was ich gesezzen_, hatte ich
  etwa Gedanken. In zweifelnde Gedanken. -- _was ich gesezzen_, hatte ich

  der bbest izt ze junc_, Papst InnocenzIII. war bei seiner Wahl (8.
  der bbest ist ze junc_, Papst InnocenzIII. war bei seiner Wahl (8.

  werden_, sichtbar werden. -- _kripfe_, Krippe. -- _loege_, lagest. --
  werden_, sichtbar werden. -- _kripfe_, Krippe. -- _lge_, lagest. --

  = _daz er_, _an der sle genas_, die Seele rettete; weil er auf der
  = _daz er_. -- _an der sle genas_, die Seele rettete; weil er auf der

  Gesanges am Krtner Hofe gemeint. -- _der knolle_, unfrmlicher
  Gesanges am Krntner Hofe gemeint. -- _der knolle_, unfrmlicher

  ]





End of the Project Gutenberg EBook of Gedichte und Sprche in Auswahl, by 
Walther von der Vogelweide

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     and discontinue all use of and all access to other copies of
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1.E.9.  If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
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both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
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or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
http://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at http://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit http://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations.
To donate, please visit: http://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


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editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.


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